Afrikanische Stoffe

Wir verkaufen die Stoffe als Meterware ab 25 cm. Die maximalen Längen sind 6 Yard – ca 5,40 m, weil traditionell in Afrika diese Stofflänge benötigt wird für die Herstellung eines »Complet« d.h. Rock, Oberteil, Kopftuch für Frauen oder Anzug für Herren. Die Bilder zu den Stoffen, die Sie hier sehen, sind Beispiel-Muster. Sie sind aus Baumwolle und eignen sich für Kleidung, Patchwork und für Heimtextilien.

Waxprints

Waxprints sind industriell bedruckte Baumwollstoffe, die wegen ihrer Farbigkeit und Muster als typisch “afrikanische Stoffe” gehandelt werden. Der Name rührt daher, dass man ursprünglich mittels Schablonen oder Stempeln Wachsmuster auf die Stoffe druckte und die Stoffe anschließend einfärbte.

Holländische Händler brachten im 16.Jahrhundert bunt bedruckte javanische Batik-Stoffe aus ihrer Kolonie Niederländisch-Indien, wie Indonesien damals hieß, nach Europa und Afrika. Besonders in Westafrika waren diese Stoffe sehr beliebt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren holländische und englische Hersteller in der Lage, die ehemals handgefertigten Stoffe in hoher Qualität maschinell herzustellen. Wax Prints gibt es auch unter dem Namen Dutch Wax, weil auch heute noch niederländische Firmen die Stoffe produzieren. Die Firma Vlisco z.B. hat Niederlassungen in Togo, der Elfenbeinküste, Nigeria, der demokratischen Republik Kongo, Benin und Ghana.

Waxprints sind auf beiden Stoffseiten gleich farbintensiv, die Stoffe können also beidseitig verarbeitet werden. Neu sind Waxprints steif und glänzen wie mit einer Wachsschicht überzogen. Mit jedem Waschen ( bis 40 Grad) wird der Stoff weicher. Die Stoffe sind 110 cm breit.

Kudhinda-Stoffe aus Simbabwe

Kudhinda Fabrics in der Nähe von Simbabwes Hauptstadt Harare stellt seit 1989 Stoffe im Kartoffeldruck- und später im Siebdruckverfahren her. Es sind Stoffe aus reiner Baumwolle, sie färben nicht, bleichen nicht aus und laufen beim Waschen nicht ein. Vor allem auf südafrikanischen Märkten werden industriell hergestellte Kopien dieser Stoffe verkauft. Wir verkaufen ausschließlich von Hand bedruckte Original-Kudhinda-Stoffe der von Ros Byrne gegründeten Firma Kudhinda Fabrics. Die Stoffe sind 150 cm breit und bei 40 Grad waschbar. Nicht schleudern.

Bogolan-Tücher

Bogolan (Schlammtuch) ist eine Web-und Färbetechnik, die die Dogon in Mali entwickelt haben.

Bogolane sind feste handgewebte Baumwollstreifen von 10 bis15 cm Breite, die zu Tüchern (B 110 x L 180) zusammengenäht werden. Die kunstvollen Muster (Symbole aus der Mythologie der Dogon) entstehen durch wiederholtes Auftragen von Schlamm und Pflanzensaft mit Federkiel oder Schablone. Diese Färbetechnik erfordert viel Zeit. Anschließend wird der Stoff fixiert. Alle Tücher sind handgefertigte Unikate. Nicht in der Waschmaschine waschen! Das Tuch kann Farbe verlieren!

Amafu-Stoffe aus KwaZulu-Natal, Südafrika

Amafu, das heißt auf Zulu Wolke. In Durban, gelegen am Indischen Ozean und größte Stadt in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal, fertigt eine kleine Kooperative die Amafu-Stoffe. Sie werden per Hand gefärbt und per Siebdruck bedruckt. Es sind in Südafrika hergestellte reine Baumwollstoffe in weicher, fließender Qualität. Amafu-Stoffe sind bei 40 Grad waschbar, laufen nicht ein und färben nicht aus. Die Stoffe sind 155 cm breit. Fair Trade.

Langa Lapu / Sonnendruck / Golddruck

Langa Lapu ist ein aus dem Xhosa abgeleiteter Begriff und bedeutet Sonnentuch. Die Stoffe werden in Südafrika in Handarbeit hergestellt. Zuerst färbt man sie per Hand, dann belegt man sie mit Blättern, Farn oder Samenkörnern oder bestreut sie mit Salz und lässt anschließend das Sonnenlicht die Muster einfärben. Manche Stoffe werden danach mit umweltfreundlicher Goldfarbe bedruckt oder bemalt. Jedes Stück ist ein Unikat. Man kann die Vorder- und Rückseite verarbeiten. Die Langa-Lapu-Stoffe sind 155 cm breit, vorgewaschen und laufen nicht ein. Sie sind kalt ohne Waschmittel oder mit wenig Feinwaschmittel waschbar und bis 30 Grad waschmaschinenfest. Bitte nicht schleudern!

Batik-Wachsdruck aus Ghana / Handarbeit

Batik (javanisch mbatik = mit Wachs schreiben) ist ein ursprünglich aus Indonesien stammendes Textilfärbeverfahren. Muster werden mit einer Flüssigkeit (Wachs, Harz oder Stärke) auf das Gewebe gezeichnet oder gestempelt. Diese Teile des Stoffs sind somit abgedeckt und werden im Farbbad nicht gefärbt. Nach Entfernen des Abdeckmaterials wird ein helles Muster sichtbar.

Batik ist in Westafrika ein traditionelles Handwerk. Es gibt verschiedene Methoden: Tie dye ist eine Bindetechnik. Bei der Indigobatik wird der Stoff aufwendig Reihe für Reihe abgenäht. Beim Batik-Wachsdruck wird mit Druckstöcken aus Holz, in die Muster geschnitzt sind, der Stoff von Hand bedruckt.
Bei Batikbildern wird das Wachs mit Pinseln oder Stöckchen aufgetragen.

Shweshwe-Stoffe aus Südafrika

Shweshwe besteht aus 100% südafrikanischer Baumwolle. Benannt wurde der Stoff nach König Moshweshwe von Lesotho, der um 1840 von Missionaren solche Stoffe als Geschenk erhielt. Deutsche Kolonisten hatten das Blaudruck-Verfahren nach Südafrika gebracht. Die Xhosa und Sotho integrierten diese Stoffe in ihre traditionelle Kleidung. Heute finden Shweshwe-Stoffe auch im modernen Modedesign Südafrikas Verwendung.

Der Herstellungsprozess ist der gleiche wie damals geblieben: Der Stoff wird durch Kupferwalzen geführt, in die Muster eingraviert sind. Dabei bleicht eine Lösung die Muster aus dem Stoff heraus. Bei den modernen Stoffen werden farbige Muster auf dem Gewebe auftragen, das geschieht durch feine Düsen in den Kupferwalzen.

Die Stoffe sind gestärkt und fühlen sich hart an. Nach dem Waschen sind sie weich und in der Breite (Fadenlauf) ein wenig dehnbar. Original-Stoffe erkennt man an drei Stempeln (Three Leopards, Three Cats und Toto) auf der Rückseite.

Neu im Angebot: Aborigines-Stoffe, Baumwollstoffe aus Australien

Die australischen Aborigine-Designs sind farbenfroh, lebhaft und sehr dekorativ. Künstler der Aborigines vergegenwärtigen ihr kulturelles Erbe, indem sie prähistorische Geschichten mit Farben, Symbolen und Designs in Bildern erzählen. Diese traditionelle Kunst ist eine der ältesten dieser Welt und reicht in der Geschichte bis zu 50.000 Jahre zurück. Der Druck dieser Bilder auf Stoffe verleiht den Künstlern nochmals eine neue Dimension, ihre Geschichten der Welt zu erzählen.

Aborigines Stoffe sind weiche Baumwollstoffe, die geeignet sind für Kleidung, Accessoires sowie Patchwork und Quilting. In der Herstellung wird das Wax-Resistent Dyeing eingesetzt: das Muster wird mit Wachs auf den Stoff gezeichnet, danach der Stoff gefärbt und das Wax entfernt. Der Stoff liegt 110 cm breit. Wie alle Baumwollstoffe bitte vor dem Verarbeiten bei 30 Grad waschen (läuft ca. 5 % ein).

Damast / Bazin / Damask

Der Name kommt aus dem Italienischen (nach dem arabischen Wort für die Stadt Damaskus). Auf Französisch heißt der Stoff Bazin und auf Englisch Damask (was auch Damaskus heißt). Ursprünglich wurde Damast in China hergestellt. Über die Seidenstraße gelangte der Stoff via Indien, Persien und Syrien nach Europa. Im 12. Jahrhundert wurde der nun in Damaskus produzierte Stoff so populär, dass man ihn nach der Stadt benannte.

Damast ist ein Gewebe, bei dem sich kett- und schusssichtige Partien abwechseln, weswegen figürliche Muster eingewebt werden können. Für die Herstellung von Damasten werden nur hochwertige, glatte und glänzende Materialien verwendet. Früher waren dies Seide, feines Kammgarn und Leinen, ab dem 20. Jahrhundert ist es überwiegend merzerisierte Baumwolle. Die Merzerisation ist ein Veredlungsverfahren für Baumwolle, das zu seidenartigem, waschbeständigem Glanz, besserer Färbbarkeit und höherer Festigkeit führt. Da es sehr kostspielig ist, wird es nur bei Textilien von sehr hoher Qualität angewandt.