Woulaba e.V.


Wer sind wir?
Wir sind Menschen, die seit 12 Jahren durch Arbeitsaufenthalte, Besuche und bikulturelle Partnerschaften die Casamance im Süden Senegals kennengelernt haben. Unser Kontakt bezieht sich im besonderen auf das Dorf Diannah und Umgebung.

Das Dorf Diannah
Das Dorf liegt an der Atlantikküste im Delta des Casamance-Flusses. Die Menschen leben vor allem vom Reis- und Gemüseanbau, von Orangen- und Mangoplantagen und vom Fischfang.
Es gibt eine öffentliche Schule bis zur 7. Klasse, eine Sekundarschule bis zur 10. Klasse. In beiden Schulen wird ausschließlich in französischer Sprache unterrichtet. In den Koranschulen für Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren werden auf arabisch die Suren des Korans gelehrt. Es gibt eine Moschee (94% Muslime) und eine kleine Kranken- und Entbindungsstation. Die Wasserversorgung geschieht durch öffentliche Gemeinschaftsbrunnen ohne Pumpen. Eine Abwasserkanalisation ist nicht vorhanden. Die Gärten werden durch provisorische Wasserlöcher bewässert. Diannah ist seit 2005 an das Stromnetz angeschlossen; aber nur wenige Familien können den Strom bezahlen.

Die Menschen
In dem Dorf leben verschiedene Völker, die neben ihrer Muttersprache in der Regel noch zwei bis vier andere Sprachen sprechen. Die Amtssprache Französisch wird vor allem von den Männern gesprochen. Nur rund ein Drittel der Kinder besuchen die öffentliche Schule. Besonders Mädchen sind benachteiligt, weil sie in den Familien mitarbeiten müssen. Die Analphabetenrate beträgt landesweit 50% bei den Männern und 70% bei den Frauen.

Die Hauptlast der familiären Versorgung liegt bei den Frauen.
Neben der Hausarbeit und der Versorgung der Kinder, pflanzen, ernten und verarbeiten die Frauen in der Regenzeit den Reis; in der Trockenzeit bewirtschaften sie kleine Gemüsegärten. Die Frauen sind in vieler Hinsicht (Landbesitz, Ausbildung, Kredite) benachteiligt.

Njassiyo und Aminta mit Nadel, Faden und Schere


G.I.E.-Groupement d?Intérêt Economique "Alhamdoulilahi"
1998 schlossen sich 30 Frauen zu der Kooperative "Alhamdoulilahi" zusammen, mit dem Ziel, die Einkommens- und Ernährungssituation ihres Dorfes zu verbessern. Sie nahmen Kontakt zu unserem Verein "Woulaba" auf, mit der Bitte um Beratung und finanzielle Unterstützung. Bei mehreren gemeinsamen Treffen wurden Ideen für ein Konzept entwickelt:

  • effektivere gemeinsame Bewirtschaftung eines großen Gemüsegartens,
    Erweiterung des Anbaus von Hirse und Gemüsesorten,
  • Nutzung der Produkte des Neembaumes als biologisches Insektizid,
  • als Mittel gegen Hautkrankheiten und Parasitenbefall bei Mensch und Tier,
    Herstellung von Neemöl und antibakterieller Neemseife,
  • Aufbau einer Produktionsschule - vorerst im Bereich Schneiderei - für Mädchen und junge Frauen,
  • Schulpatenschaftsfond für die Primär- und Sekundarschule

Bintu und Anita in der Nähwerkstatt


Was geschah bis jetzt?

Die Frauen begannen, in ihren kleinen Familiengärten mit einem Neemblättersud gegen Insektenbefall des Gemüses zu experimentieren. Sie bauten neben Zwiebeln und Tomaten weitere Gemüsesorten an. Von den Woulaba-Spenden kauften sie Saatgut und Materialien zur Seifenherstellung. Sie lernten in einem Workshop das Imprägnieren von Moskitonetzten und die Herstellung von Seife. Im Jahr 2002 geriet das Projekt ins Stocken, weil im September das Fährschiff "Yoola" versank.
Viele Familien verloren durch diese Katastrophe Angehörige. Hinzu kam, dass der Reis auf den Feldern vertrocknete, weil nicht genug Regen fiel. Seit der Regenzeit im Jahr 2003 sind die Frauen wieder aktiv. Sie treffen sich regelmäßig, um weitere Pläne zu entwickeln. 2004 nahmen sie an einem Lehrgang zur Baumpflanzung teil und legten einen Bananengarten an. Es erfolgte eine Eintragung als G.I.E. Groupement d'Intérêt Economique.

Was macht "Woulaba" e. V.?
Wir möchten durch unser Engagement Verständnis und Akzeptanz für unterschiedliche kulturelle Werte im Nord-Süd-Dialog fördern. Dafür steht beispielhaft die konkrete Zusammenarbeit mit der Frauengruppe "Alhamdoulilahi". Ziel ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Verbesserung der Ernährungssituation, der Gesundheitsvorsorge und der Ausbildungsmöglichkeiten dienen der Armutsbekämpfung, wirken einer "Landflucht" entgegen und ermöglichen eine Stärkung der Zivilgesellschaft, sowie der gewaltfreien Konfliktbewältigung. Seit ca. 25 Jahren besteht ein Konflikt mit bürgerkriegsähnlichen Ausmaßen zwischen der senegalesischen Regierung und der M.F.D.C. (Bewegung der demokratischen Kräfte der Casamance) um die Unabhängigkeit der Casamance. Durch Friedensverhandlungen und Dezentralisierungsmaßnahmen hat sich die politische Situation im Moment stabilisiert.
Besonders im Hinblick auf die Zukunftsperspektiven der Kinder ist es uns wichtig, kleine Basisprojekte in ihrer Selbstorganisation direkt zu fördern.


(Von links) Sana, Yama, Dibi, Omar, Mambourama und Bintu präsentieren die erste Hemdenkollektion aus senegalesischem Dessin; Entwurf Aminta Textil Art


Der Verein "Woulaba" e. V.
Seit Mai 2005 hat der Verein Woulaba in Hamburg das Atelier für Kunst und Handwerk "Aminta" angemietet, um die Kollektionen der Nähschule von "Alhamdoulilahi" in Deutschland zu vermarkten. Damit soll die Weiterentwicklung der Produktionsschule auch in anderen Arbeitsbereichen gefördert werden.

Das Atelier für Kunst und Handwerk "Aminta"
- gelegen Eimsbütteler Chaussee 68 / Ecke Eppendorfer Weg 2) - bietet Raum für die interkulturelle Begegnung von KünstlerInnen und DesignerInnen aller Kunst- und Kulturbereiche: Gestaltung, Musik, Literatur.

Woulaba e. V. bietet Begegnungsreisen
nach Diannah an, um das Dorf mit seinen BewohnerInnen und ihrer Lebensart ein wenig kennenzulernen.

Woulaba e. V. sucht Nähmaschinen
(besonders Tretmaschinen, auch ohne Unterbau) und Fahrräder als Spende.

Schulpatenschaften:
Mit einer Spende von € 5,- monatlich können Sie einem Kind / Jugendlichen den Schulbesuch ermöglichen. Spenden fließen ausschließlich in dieses Projekt (steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung kann ausgestellt werden). Es fallen keine Verwaltungs- und Organisationskosten an, weil alle Mitglieder des Vereins Woulaba ehrenamtlich arbeiten.

Weitere Informationen:
Atelier für Kunst und Handwerk "Aminta"
Eimsbütteler Chaussee 68 / Ecke Eppendorfer Weg 2
20259 Hamburg

Öffnungszeiten:
Di - Fr: 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr
Sa: 10.30 Uhr bis 14:00 Uhr

Ansprechpartnerin:
Anita Petersen, Tel.: 040 / 37 08 89 86

Weitere Vorstandsmitglieder sind:
Daniela Schremm, Tel.: 040 / 28 05 28 70
Barbara Schankweiler-Gibba, Tel.: 0581 / 141 37
Frideborg Meyn, Tel.: 04179 / 75 56 39

Fax: 040 / 28 05 42 23
e-mail: woulaba@gmx.de
www.woulaba.com

Spendenkonto:
Hypo Vereinsbank
Freundeskreis für interkulturelle Begegnung mit Westafrika
Konto-Nr.: 540 146 88
BLZ: 200 300 00

Verwendungszweck:
Nähschule oder Schulpatenschaftsfond
Bitte den Absender eintragen für die Zusendung einer Spendenbescheinigung.

Adresse:
Woulaba e. V.
Eimsbütteler Chaussee 68
20259 Hamburg

Eintrag im Vereinsregister:
Amtsgericht Dannenberg/Elbe Nr. 643
Der o. g. Verein ist durch Bescheinigung des Finanzamtes Lüchow (Niedersachsen) vom 09.06.2009, St.Nr.: 32/200/Gem, Verz.Nr: 353 als gemeinnützig anerkannte Körperschaft berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für Spenden für steuerliche Zwecke auszustellen.